Was macht ein Doorman

In der Regel ist er in Eingangs- und/ oder Ausgangsbereichen platziert und führt die Eingangskontrolle durch. Man sollte die Tätigkeit jedoch nicht mit den Aufgaben eines Portiers verwechseln, der die Organisation des Gepäcktransports in bzw. aus den Zimmern arrangiert und die Tür zum Ein- und Auslass öffnet – auch wenn diese letztere Tätigkeit in manchen Bereichen wie zum Beispiel einer Bar auch dem Doorman zufallen kann.

Vielmehr setzt er Sicherungsmaßnahmen gegen unerwünschte Personen um und hält Schaden vom Objekt des Auftraggebers fern. 

Das Einsatzgebiet eines Doorman ist vielfältig.

Er findet sich wieder:

• in der gehobenen Hotellerie

• in Parfümerien

• in Bars 

• im Einzelhandel (zumeist in Zusammenarbeit mit dem Laden-Kaufhausdetektiv)

• in Juweliergeschäften

• in Restaurants

• bei Produktvorstellungen

• bei Neueröffnungen

Er kommt vor allem überall dort zum Einsatz, wo ein hohes Kundenaufkommen zu erwarten ist. Die Anforderungen bzgl. der Aufgaben, des Verhaltens und des Körperbaus können je nach Einsatzort variieren. An einen Doorman werden in der gehobenen Hotellerie andere Anforderungen gestellt als an eine Sicherheitskraft, die in einem Supermarkt tätig ist. Hier hat ein Doorman eine Doppelfunktion. Einerseits muss er kundenfreundlich agieren, er begrüßt und verabschiedet die Gäste und Besucher und ist stets serviceorientiert. 

Ein gut geschulter Doorman gehört zum fachkundigen Personal, das schon im Vorfeld Tätergruppierungen zu erkennen weiß, damit entsprechende Maßnahmen ergriffen werden können. Andererseits ist er von präventiver Natur, um mögliche Täter abzuschrecken und unerwünschten Personen wie etwa Ladendieben sowie potentiellen Straftätern entgegenzuwirken. Kommt es zu einer Straftat, ist es seine Aufgabe, die nötigen Maßnahmen einzuleiten. Er gilt in vielen Unternehmen als Wachposten. Im Gegensatz zu einem Wachmann präsentiert sich der Doorman in eleganter Dienstkleidung mit Krawatte, um auf Kunden und Gäste nicht einschüchternd zu wirken. 

Einen guten Doorman zeichnet eine exzellente Menschenkenntnis aus und ein ganz wichtiger Aspekt, quasi eine Grundvoraussetzung: Der Doorman sollte redegewandt sein, um individuell auf die Auftraggeber eingehen zu können!

Professionell ausgestattet und auf alle Gefahren vorbereitet 

In einer Gefahrenlage oder gegen unerwünschte Ereignisse Außenstehender ist er dem Einsatzbereich entsprechend ausgerüstet. Die Ausrüstung reicht vom Schlagstock bis hin zur Bewaffnung mit Schusswaffen. 

Bei Wachtätigkeiten für öffentliche Einrichtungen und/oder Großkonzerne steht der Doorman in regen Kontakt mit seiner Zentrale, damit er im Ernstfall durch mehrere Aggressoren Verstärkung durch seine Kollegen anfordern kann. 

In der Regel reichen seine Präsenz und Sozialkompetenz aus, um die Ein-, Durch- und Ausgänge abzusichern. Ein guter Doormen kann seinen Dienst freundlich und gleichermaßen rigoros durchsetzen.

Anhand eines Fallbeispiels aus dem Einzelhandel möchte ich Ihnen das Kompetenzportfolio ein wenig näherbringen:

Der Doorman darf z.B. bei einem Diebstahl den Beschuldigten festhalten und ihn der Polizei übergeben. (§ 127 ABS.1 Satz 1 StPO, Vorläufige Festnahme)

Grundsätzlich zieht der Doorman auch bei geringfügigen Diebstahlsdelikten immer die Polizei hinzu. Insbesondere bei Kindern unter 14 Jahren ist der Sicherheitsmitarbeiter per Gesetz verpflichtet die Polizei zu verständigen.

Bei Erwachsenen, die sich ausweisen können und wegen eines Diebstahls unter 25 € Warenwert beschuldigt werden, dürfte es ausreichend sein, nach kurzer telefonischer POLAS-Abfrage (Polizei Auskunft System) durch die Polizei, den Beschuldigten gehen zu lassen, soweit die Anfrage negativ verlief.

Anders verhält es sich, wenn der Beschuldigte sich nicht ausweisen kann. 

In solchen Fällen ist der Doorman angehalten, den Beschuldigten der Polizei zu überstellen. Dies gilt auch für einen uneinsichtigen Beschuldigten, der auf frischer Tat erwischt wurde und sich der Festnahme entziehen möchte. Hier kann und darf der Doorman den Beschuldigten gegen seinen Willen unter Anwendung von speziellen Griffen festsetzen, bis die Polizei eintrifft.

Er darf, sofern das Hausrecht auf die Sicherheitsfirma übertragen wurde und idealerweise nach Rücksprache mit der Objektleitung/ Filialleitung das Hausrecht aussprechen.

Im Zeitalter des Internets kann sich der Doorman auch schnell im World Wide Web wiederfinden. Nicht selten nehmen Augenzeugen tumultartige Situationen mit ihrem Mobiltelefon auf und laden die Szenen ohne irgendeinen Zusammenhang auf Internetplattformen hoch. Ein solches Vorgehen fördert nicht unbedingt das Ansehen des Sicherheitsunternehmens. Hier ist es empfehlenswert, die gesamte Aufmerksamkeit und Kraft darauf zu richten, Tumulte im Vorfeld durch diskrete, fachspezifische und rechtlich staatlich abgesicherte Arbeit zu vermeiden.

Um Vorfällen wie obig geschildert vorzubeugen und auch aus Eigensicherungsgründen vermeidet ein professioneller Doorman sich in solche Situationen wiederzufinden.

Da sich die meisten ertappten Diebe vor anderer Kundschaft bloßgestellt fühlen, sollte der Doorman darauf bedacht sein, den Beschuldigten immer nach Möglichkeit mit einer zweiten Person des Hauses freundlich aber bestimmt in die Büroräume zu begleiten, um „etwas zu klären“.

Das Ausfüllen von Strafanträgen und das Überstellen an die Polizei ist die Aufgabe des Doorman. Die Strafanträge lässt der Doorman im Ernstfall vom Entscheidungsträger des Objektes/ der Filialleitung unterschreiben. Der Strafantrag wird der Polizei anschließend per Post zugestellt.

Nach diesem Prozedere hat der Doorman unverzüglich das Hausverbot (§ 860 Selbsthilfe des Besitzdiener BGB) gegen den Beschuldigten auszusprechen und ihn des Objektes zu verweisen.

Zudem wird der Beschuldigte darauf hingewiesen, dass bei wiederholtem Antreffen im Objekt eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch gemäß § 123 StGB  gestellt wird.

Eine Kopie des Strafantrages händigt der Doorman dem Beschuldigten aus. Jede andere Maßnahme könnte als Freiheitsberaubung gewertet werden.

Abschließend ist festzuhalten, dass Unternehmen nicht nur aus Sicherheitsgründen einen Doorman beschäftigen, sondern auch aus Gründen der Imagepflege, um ihrem Auftritt einen weltoffenen und professionellen Flair zu verleihen.

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